Marcel Falk: Anklamer Dreiklang, IKAREUM und Theater
Anklamer Dreiklang, IKAREUM und Theater: Stadtentwicklung mit Wirkung für die Region
Schulcampus, Schwimmbad, IKAREUM und Theater prägen Anklams Entwicklung. Die entscheidende Frage ist, wie große Investitionen dauerhaft wirken und auch dem Umland nutzen.
Der sogenannte Anklamer Dreiklang ist eines der deutlichsten regionalen Projekte, die Marcel Falk in seiner Kandidatenvorstellung 2026 selbst nennt. Er erklärt dort, dass er sich dafür einsetzen möchte, den Dreiklang zu vollenden. Gemeint sind Schwimmbad, Schulcampus und IKAREUM. Damit ist dieser Themenkomplex nicht lediglich aus der Stadtentwicklung Anklams abgeleitet, sondern ausdrücklich mit einem veröffentlichten politischen Schwerpunkt des Kandidaten verbunden.
2026 sind bei mehreren Projekten wichtige Schritte sichtbar. Am 3. September wurde der neue Schulcampus eröffnet. Die Landesregierung nennt rund 34 Millionen Euro Investitionen seit 2019, darunter knapp 25 Millionen Euro Landesmittel. Am 12. August erhielt Anklam einen Förderbescheid über 1.873.800 Euro für die neue Ausstellung „Lilienthal Flying Circus“ im IKAREUM. Und am 27. Juli unterzeichneten Land und Hansestadt eine gemeinsame Erklärung zur Zukunft des Theaterstandortes und des gesamten Theaterareals.
Diese Projekte betreffen Kultur, Bildung, Tourismus und Stadtentwicklung zugleich. Sie können Anklam als Zentrum des Wahlkreises stärken, verursachen aber auch Investitions- und Folgekosten und müssen langfristig mit Leben gefüllt werden. Für den Wahlkreis 29 stellt sich deshalb nicht nur die Frage, ob die Vorhaben fertiggestellt werden, sondern wie ihr Nutzen über die Stadtgrenze hinausreichen kann.
Marcel Falk nennt 2026 ausdrücklich die Vollendung des Anklamer Dreiklangs als Teil seines Schwerpunktes „Starke Gemeinden, starke Heimat“.
Der Schulcampus wurde im September eröffnet; für das IKAREUM wurde im August ein Förderbescheid über 1.873.800 Euro übergeben.
Land und Hansestadt haben im Juli 2026 eine gemeinsame Erklärung zur weiteren Entwicklung des Theaters und des umliegenden Areals unterzeichnet.
Der Schulcampus: zweiter abgeschlossener Teil des Dreiklangs
Mit der Eröffnung am 3. September 2026 wurde der neue Schulcampus zu einem besonders sichtbaren Ergebnis der Anklamer Stadtentwicklung. Der Campus verbindet den sanierten denkmalgeschützten Altbau der Regionalschule Käthe-Kollwitz mit dem Neubau der Grundschule „Villa Kunterbunt“. Nach Angaben der Landesregierung können Schülerinnen und Schüler aus Anklam und Umgebung dort von der ersten bis zur zehnten Klasse lernen.
Die Landesregierung bezeichnet den Schulcampus als zweiten abgeschlossenen Bestandteil des Dreiklangs. Für die Stadt bedeutet das nicht nur ein neues beziehungsweise modernisiertes Bildungsangebot. Eine große Schule beeinflusst auch Verkehrsströme, Wohnattraktivität, Familienentscheidungen und die Wahrnehmung Anklams als regionales Zentrum. Für das Umland ist entscheidend, ob Schulwege und Verbindungen so organisiert sind, dass auch Kinder aus umliegenden Gemeinden gut profitieren können.
IKAREUM: Kultur, Lilienthal und Tourismus
Das IKAREUM in der Nikolaikirche knüpft an Otto Lilienthal und die Anklamer Luftfahrtgeschichte an. Am 12. August 2026 übergab das Land einen Förderbescheid über 1.873.800 Euro für die neue Ausstellung „Lilienthal Flying Circus“. Nach Angaben des Wissenschafts- und Kulturministeriums stammen rund eine Million Euro aus einem Bundesprogramm; 832.800 Euro kommen aus Kulturfördermitteln des Landes.
Das Vorhaben umfasst den Umzug der bestehenden Ausstellung des Otto-Lilienthal-Museums in die sanierte Nikolaikirche, eine Neuarrangierung und die Erweiterung um eine interaktive Ausstellung. Damit soll ein kulturelles Angebot entstehen, das zugleich touristische Wirkung entfalten kann. Für die Region kann ein attraktiver Besuchsort zusätzliche Gäste anziehen, die Gastronomie, Handel oder weitere Ziele nutzen.
Touristische Wirkung ist jedoch kein Automatismus. Entscheidend sind Vermarktung, Öffnungszeiten, Erreichbarkeit, Kooperationen mit anderen Zielen und die Frage, ob Gäste länger in der Region bleiben. Für Gemeinden im Peenetal kann interessant sein, ob das IKAREUM als Eingangspunkt für weitere regionale Angebote genutzt wird.
Theater Anklam: Sanierung und Stadtquartier
Beim Theater Anklam geht es inzwischen nicht nur um das Gebäude selbst. Am 27. Juli 2026 erklärten Land und Hansestadt gemeinsam, die Sanierung des Theaters und die Entwicklung des gesamten Theaterareals weiter voranzubringen. Die bisherigen Planungen gehen nach Angaben des Finanzministeriums von rund 16 Millionen Euro Gesamtkosten für die Theatersanierung aus. Das Land hatte Anfang 2026 acht Millionen Euro in Aussicht gestellt.
Die gemeinsame Erklärung erweitert den Blick auf das gesamte Areal. Städtebauförderung kann Kultur, öffentliche Räume, Wegebeziehungen, angrenzende Nutzungen und private Investitionen miteinander verbinden. Damit wird das Theater zum Bestandteil einer größeren Stadtentwicklungsaufgabe. Genau deshalb sollte transparent bleiben, welche Kosten auf welche Projektteile entfallen und wie die Finanzierung über mehrere Jahre gesichert wird.
Warum große Kulturprojekte auch Wirtschaftspolitik sind
Kultur und Wirtschaft werden häufig getrennt diskutiert. In einer Stadt wie Anklam können sie sich jedoch gegenseitig beeinflussen. Besucher eines Museums oder Theaters nutzen möglicherweise Gastronomie, Übernachtung, Handel und weitere Freizeitangebote. Ein attraktives kulturelles Umfeld kann zugleich die Lebensqualität für Einwohnerinnen und Einwohner erhöhen und damit ein Standortfaktor für Fachkräfte werden.
Das bedeutet nicht, dass jedes Kulturprojekt automatisch wirtschaftlich rentabel sein muss. Kultur hat einen eigenen gesellschaftlichen Wert. Für öffentliche Großinvestitionen ist es trotzdem sinnvoll, Nutzung, Besucherentwicklung, Betriebskosten und regionale Effekte nachvollziehbar zu beobachten. Eine seriöse Bewertung muss sowohl kulturelle als auch wirtschaftliche Ziele berücksichtigen.
Wie profitiert das Umland?
Der Wahlkreis endet nicht an der Stadtgrenze Anklams. In Anklam-Land und Züssow liegen Gemeinden, die eng mit dem Peenetal verbunden sind; auch Landhagen gehört zum Wahlkreis. Wenn Anklam als Zentrum stärker wird, kann das positive Effekte auf die Region haben. Voraussetzung ist, dass Angebote erreichbar sind und regionale Partner eingebunden werden.
Denkbar sind Kooperationen mit touristischen Routen, Vereinen, regionalen Produzenten oder kulturellen Einrichtungen. Diese Seite behauptet jedoch keine konkreten Vereinbarungen, die nicht belegt sind. Die politische Frage lautet vielmehr, wie Marcel Falk den regionalen Nutzen großer Anklamer Projekte erhöhen möchte.
Vollendung heißt auch nachhaltiger Betrieb
Ein Bauprojekt gilt politisch nicht schon dann als Erfolg, wenn die Eröffnung gefeiert wird. Danach beginnen Betrieb, Unterhaltung, Personalplanung und Programmgestaltung. Gerade bei kulturellen Einrichtungen können laufende Kosten langfristig wichtiger werden als die einmalige Baufinanzierung. Beim Schulcampus gilt Ähnliches für Personal und Ausstattung.
Wenn Marcel Falk die Vollendung des Dreiklangs als Schwerpunkt nennt, ist deshalb die Frage nach der Zeit nach der Fertigstellung berechtigt. Welche Strukturen sollen gewährleisten, dass die Einrichtungen dauerhaft attraktiv, bezahlbar und gut genutzt sind? Wie werden Stadt, Land und weitere Partner Verantwortung teilen? Diese Fragen gehören zu einer langfristigen Stadtentwicklung.
Fakten und offene Fragen
Belegt sind Marcel Falks Ziel der Vollendung des Dreiklangs, die Eröffnung des Schulcampus, die aktuelle IKAREUM-Förderung und die gemeinsame Erklärung zum Theaterareal. Nicht belegt wäre dagegen, alle erwarteten touristischen oder wirtschaftlichen Effekte bereits als sichere Erfolge darzustellen.
Deshalb unterscheidet diese Seite klar zwischen realisierten beziehungsweise beschlossenen Schritten und möglichen Wirkungen. Die Leitfrage richtet den Blick nach vorn: Wie werden die Investitionen dauerhaft getragen, miteinander verbunden und so entwickelt, dass Stadt und Umland gemeinsam profitieren?
FAQ zum Thema
Was gehört zum Anklamer Dreiklang?
Die Landesregierung bezeichnet Schwimmbad, Schulcampus und IKAREUM als den Anklamer Dreiklang. Der neue Schulcampus ist laut Regierungsmitteilung der zweite abgeschlossene Bestandteil.
Was sagt Marcel Falk 2026 dazu?
In seiner Kandidatenvorstellung nennt er ausdrücklich die Vollendung des Anklamer Dreiklangs als Teil seines Schwerpunktes „Starke Gemeinden, starke Heimat“.
Wie hoch war die Investition in den Schulcampus?
Nach Angaben der Landesregierung flossen seit 2019 rund 34 Millionen Euro in den Schulcampus, davon knapp 25 Millionen Euro Landesmittel.
Welche Förderung erhielt das IKAREUM im August 2026?
Das Wissenschafts- und Kulturministerium nennt einen Förderbescheid über 1.873.800 Euro für die neue Ausstellung „Lilienthal Flying Circus“. Rund eine Million Euro stammen demnach vom Bund, 832.800 Euro vom Land.
Wie teuer soll die Theatersanierung werden?
Das Finanzministerium nennt auf Grundlage der bisherigen Planungen rund 16 Millionen Euro. Acht Millionen Euro hatte das Land Anfang 2026 in Aussicht gestellt. Planungsstände können sich verändern und werden deshalb hier nicht als endgültige Schlussabrechnung dargestellt.
Sind wirtschaftliche Effekte der Projekte garantiert?
Nein. Kultur- und Bildungsprojekte können Stadtentwicklung, Tourismus und Standortattraktivität stärken. Die konkrete Wirkung hängt aber von Nutzung, Betrieb, Erreichbarkeit und Kooperationen ab und sollte nicht vorab als sicherer Erfolg behauptet werden.

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